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Lust auf Ausland? Ein Bericht aus Peru

Seit vier Jahren bin ich nun schon bei der Stadtsparkasse München beschäftigt: während meines Studiums zunächst als Teilzeitkraft und seit kurzem in Vollzeit. Nach meinem Studienabschluss wollte ich unbedingt ins Ausland. Und ich erfüllte mir meinen Wunsch, ganze vier Monate wurde meine große Reise lang.

 

Auf in eine andere Welt

 Nach längerem Überlegen fiel die Wahl auf Peru. Ich wollte etwas Ursprüngliches, Exotisches und ganz Anderes kennen lernen. Außerdem hatte ich es mir zum Ziel gesetzt, Spanisch zu lernen, mich in der Entwicklungsarbeit zu engagieren und natürlich nicht zuletzt das Land zu bereisen. Da ich diese Erfahrung alleine und ohne Freundin an meiner Seite erleben wollte, musste ich meine Eltern von meinen Plänen überzeugen. Nun ja, ich setzte mich schließlich durch! Mit nicht mehr als dem spanischen Grußwort „Hola“ im Gepäck flog ich in Richtung Süden.

Schon nach vier Wochen Sprachkurs in einer Sprachschule und durch den täglichen Gebrauch der mir bislang fremden Sprache konnte ich mich nach kurzer Zeit gut verständigen. Daher mein Tipp an alle Ausland-Fans: Nutzt die Gelegenheit, um eine neue Sprache zu lernen, denn ihr werdet euch niemals mehr so leicht tun, als in dem Land selbst. Direkt im Anschluss an den Kurs fing ich an, in einer Armenschule Sport zu unterrichten und die Kinder zumindest für ein paar Stunden vom tristen Alltag abzulenken.

Peru – weit weg, arm, dreckig, vielleicht ein bisschen gefährlich, bunt, Reich der Inka, Schafsherden, Berge … all das fällt einem vielleicht als Erstes ein, wenn man an das südamerikanische Fleckchen Erde denkt. Auch ist wohl unbestritten, dass der Lebensstandard weit unter dem Unsrigen liegt, aber aus genau diesem uns Fremden besteht der Reiz.  Ich nehme euch mit auf einen Spaziergang durch die nördliche Stadt Chiclayo, welche nahe der ecuadorianischen Grenze liegt. Lasst euch inspirieren!

 

Ein ganz normaler Tag in Peru

 Ich verlasse das bunt angestrichene Haus im wunderschönen Kolonialstil durch eine Metalltür, welche die Bewohner vor unerwünschten Eindringlingen schützt. Die Straße ist größtenteils geteert. In der peruanischen Hitze von durchschnittlich 28 Grad mache ich mich auf den Weg zu einer einheimischen Freundin. Durch Hupen und Rufen machen sogenannte Moto-Taxis auf sich aufmerksam, die verglichen werden können mit unseren Münchner Rikschas. Ich lehne dankend ab, denn ich werde den Bus nehmen. Ich gehe weiter. Wie es in Südamerika üblich ist, sitzt auch hier vor fast jeder Tür ein älterer Herr oder eine Dame auf einem Plastikstuhl. Auf der anderen Straßenseite erkenne ich, wie eine Frau an den Haustüren Kosmetikartikel, unter anderem einzelne Rollen Toilettenpapier verkauft. Ich muss schmunzeln.

Endlich erreiche ich die Stelle, die der Omnibus in den Stadtteil „Brisas“ passiert. Da es hier keine Fahrpläne geschweige denn feste Abfahrtszeiten gibt, warte ich im Schatten eines Hauses. Für deutsche Ohren relativ laut dröhnt Salsa-Musik aus den Fenstern. Meine ohnehin schon gute Laune ist mir spätestens jetzt anzusehen. Da sehe ich mehrere Busse auf mich zukommen. Aus jedem schreit ein Mann das Fahrtziel aus dem Fenster. Ich winke dem Bus zu, mit dem ich mitfahren möchte. Beschwingt von der Salsa-Musik steige ich ein, quetsche mich nach ganz hinten zwischen zwei rundliche Peruanerinnen. Eine hat sogar einen ganzen Sack voll Mais auf dem Schoß. Der Fahrer singt vor sich hin und sammelt alle paar Meter neue Fahrgäste ein. Im Zentrum angekommen erkenne ich die Ecke, an der ich am besten aussteige. „Baja“ rufe ich vor zum Fahrer, was soviel heißt wie „Aussteigen“. Er hält extra für mich und ich verlasse das klapprige Gefährt. Vorbei an Restaurants, in denen hauptsächlich Hühnchengerichte mit Reis verkauft werden, erreiche ich das Haus meiner Freundin. In Peru gibt es oftmals keine Klingeln. Also klopfe ich energisch gegen die Metalltür und rufe lauthals nach Angélica. Sie öffnet die Tür und schon sehe ich im Wohnraum weitere  Besucher, die spontan vorbei gekommen sind. Meine Freundin bietet mir das für Peru typische Getränk „Chicha Morada“ an. Ich setze mich auf die knallrote Couch und genieße das erfrischende Mais-Getränk. Neben mir sitzt ein mit Angélica befreundeter Peruaner, den ich bislang nicht kannte. Er fragt mich zunächst, wie ich heiße, ob ich facebook habe und ob ich denn schwimmen könne. Ich muss lachen, denn es sind doch tatsächlich immer die gleichen anfänglichen Fragen. Man muss wissen, dass facebook hier das Tor zur großen weiten Welt darstellt, und dass die wenigsten Peruaner schwimmen können. Also ein echtes Privileg, die Schwimmkunst! Das Radio läuft und José fängt ohne ein Wort einfach an zu tanzen – mit einem Hüftschwung, wie man ihn hierzulande nur bei Salsa-Profis sieht.

Noch lange sitzen wir da, lachen, essen und erzählen uns gegenseitig aus zwei Welten, die verschiedener kaum sein können.

Ja, es stimmt, Perú ist arm, heiß und komplett fremd, aber keineswegs schlechter, es ist nur anders! Perú ist ein faszinierendes Land und für mich der Inbegriff von Lebensfreude.

 Ich liebe Perú!

 


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Kommentare


Ivana Kappler schreibt am 16.07.2013 um 14:26 Uhr:

Hallo Tara und Matthias, vielen Dank für Ihre Kommentare. Wir freuen uns über Ihr positives Feedback zu dem Artikel über Peru. Mit besten Grüßen, Ivana Kappler

Tara schreibt am 15.07.2013 um 23:10 Uhr:

Schöner Bericht. Hier wird einmal in kurzer Form wirklich interessantes rübergebracht. Ich träume auch schon so lange von Peru. Aber entweder war die Zeit knapp oder ich war unentschlossen. Für ein Jahr in Peru zu arbeiten wäre mein Traum. Tara

Matthias R. schreibt am 13.07.2013 um 14:56 Uhr:

Hallo, habeberuflich viel mit Peru zu tun und lese daher immer gerne in Blogs. Habe selbst mal ein halbes Jahr in Chile gearbeitet und kann den Satz, dass das Land fremd ist, daher aber nicht schlechter, nut unterstreichen. Man lernt soviel neues und ist tag- täglich mit einzigartigen Erlebnissen konfrontiert. Daher vielen Dank für den Beitrag, den ich auf dieser Seite gar nicht erwartet hätte.