„Finanzielle“ Pflege der Eltern

von Harald Maier am in Finanz-Tipps, Home. 1 Kommentar

Wenn die Eltern Sozialhilfe beantragen müssen, können die Kinder zur Kasse gebeten werden. Denn sie sind unter bestimmten Umständen unterhaltspflichtig.

 

Wenn die eigenen Eltern zum Pflegefall werden, müssen sie entsprechend versorgt werden. Doch viele Kinder leben nicht am selben Ort wie die Eltern und sind berufstätig. Sie können sich dann selber nicht um die Eltern kümmern. Stattdessen beauftragen sie einen ambulanten Pflegedienst oder die Eltern ziehen in ein Heim. Das kostet viel Geld – oft mehr als die Pflegebedürftigen zurückgelegt haben.

 

Das ist nur eines von mehreren Szenarien, in denen Kinder gegenüber ihren Eltern unterhaltspflichtig werden. Natürlich kann auch eine lange Arbeitslosigkeit oder eine Berufsunfähigkeit durch Krankheit dazu führen, dass die Eltern nicht mehr genügend Geld zum Leben haben. Zwar hilft in diesen Fällen das Sozialamt weiter, es versucht jedoch, das Geld von den Kindern zurückzuerhalten. Denn diese sind laut Bürgerlichem Gesetzbuch unterhaltspflichtig.

 

Für die betroffenen Kinder kann dies zu Schwierigkeiten führen, insbesondere, wenn sie selbst schon eine Familie haben. Dann sind sie in der Sandwich-Position: Sie finanzieren ihren Kinder die Ausbildung, legen für die eigene Altersvorsorge Geld zurück, und sollen auch noch für die Eltern zahlen. Darum sollte jede Zahlungsaufforderung sehr genau geprüft werden. Schließlich hat der Bundesgerichtshof festgelegt, dass den unterhaltspflichtigen Kindern ausreichend Geld für den eigenen angemessenen Lebensstandard zur Verfügung stehen muss. Auch ihre Altersvorsorge ist geschützt – genauso wie eine eigene Immobilie. Konkrete Aussagen zur Höhe des Schonvermögens gibt es jedoch nicht. Darum sollte, wer plötzlich unterhaltspflichtig wird, einen Fachanwalt für Familienrecht um Rat fragen. Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, sollten Sie sich erkundigen, ob sie die Kosten für ein eventuelles Verfahren übernimmt.

 

Wollen Sie Ihren Kindern im Alter finanziell nicht zur Last fallen? Dann schließen Sie eine Pflegezusatzversicherung ab. Dazu gibt es seit 2013 eine staatliche Unterstützung in Form eines Zuschusses. Wenn Sie an einer Unfall-, Berufsunfähigkeits- oder Rechtsschutzversicherung Interesse haben, fragen Sie Ihren Sparkassenberater.

 

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Ein Kommentar

Amalia B sagt am 21. November 2016 um 15:07 Uhr

Dies ist sicherlich ein Problem mit dem immer mehr Menschen in Kontakt kommen wenn die eigenen Eltern altern. Eine Pflegeversicherung ist sicher eine gute Absicherung bevor der Fall des Falles überhaupt eintritt. Andernfalls hilft es sicherlich , wie der Artikel auch beschreibt einen <a href='http://www.kanzlei-mast.de/familienrecht/uebersicht/' rel="nofollow"> Anwalt für Familienrecht</a> einzuschalten.

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