Fragen rund um die Mietkaution

von Bither-Ece Candar am in Finanz-Tipps, Home. 6 Kommentare

Für den Vermieter ist sie eine Sicherheit, für den Mieter ein Ärgernis: Wir beantworten vier wichtige Fragen zur Mietkaution. Gerade wenn die Rechnungen für den Umzug ins Haus flattern, will auch noch der Vermieter das Geld für die Mietkaution haben. Im Einzelfall können das einige Tausend Euro sein. Grund genug, sich über die rechtlichen Aspekte zur Mietkaution zu informieren.

 

1) Wie viel Geld darf der Vermieter verlangen?
Die Kaution darf höchstens drei Monatskaltmieten betragen. Betriebs- und Heizkosten zählen also nicht mit.

2) Wie muss der Vermieter die Kaution anlegen?
Das Gesetz schreibt vor, dass der Vermieter den Betrag getrennt von seinem übrigen Vermögen anlegen muss. Wird er insolvent, können seine Gläubiger nicht über das Geld verfügen. Häufig überweist der Mieter das Geld auf ein Konto des Vermieters, der den Betrag auf einem Sparbuch anlegt. Denkbar ist aber auch ein Sparbuch auf Ihren Namen, das Sie dem Vermieter verpfänden. Mit Ihrem Einverständnis darf der Vermieter das Geld auch in Wertpapieren oder Aktien anlegen. Dann tragen Sie aber auch das Verlustrisiko. Wichtig: Das Geld, inklusive Zins und Zinseszins, bleibt Ihr Eigentum, auch wenn Sie nicht „rankönnen“, bis es der Vermieter freigibt.

3) Ich habe momentan nicht genügend Geld für die Kaution. Was kann ich tun?
Sie haben das Recht, die Kaution in drei Raten zu bezahlen. Die erste ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig, die beiden anderen Drittel in den folgenden Monaten. Wenn auch das nicht möglich ist, Sie aber das Ende des finanziellen Engpasses absehen können, lohnt sich unter Umständen ein befristeter Kredit. Auf keinen Fall sollten Sie dauerhaft Ihr Girokonto überziehen und den Dispokredit in Anspruch nehmen. Das wäre die teuerste Lösung.

4) Wie lange muss ich nach dem Auszug warten, bis ich mein Geld wiedersehe?
Sind Sie sich mit dem Vermieter einig, dass keine Ansprüche mehr bestehen, muss er das Geld inklusive Zinsen sofort an Sie überweisen oder Ihr Sparbuch freigeben. Ansonsten darf er einen angemessenen Teilbetrag der Kaution einbehalten, beispielsweise, bis alle Betriebskosten abgerechnet sind.



6 Kommentare

Andreas Hock sagt am 4. Mai 2016 um 10:08 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte eine Wohnung mieten und muss 5000 Euro Kaution hinterlegen. Meine Frage ist, ob auch ich als Mieter die Kaution anlegen kann und ob das in einer ihrer Filialen in der Nähe von Eichenau bei München nächsten Montag möglich ist. Viele Grüsse, Andreas Hock

Antworten

    Ivana Kappler sagt am 5. Mai 2016 um 11:31 Uhr

    Lieber Herr Hock, vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Stadtsparkassee München bietet Anlageformen für Mietkautionen an. Ich bitte Sie, uns aus datenschutzrechtlichen Gründen eine E-Mail an social-media@sskm.de zu senden, dann können wir gerne die Terminvereinbarung für Sie vornehmenn. Ich wünsche Ihnen einen schönen Feiertag! Beste Grüße, Ivana

    Antworten

Max Mustermann sagt am 28. Juli 2017 um 15:09 Uhr

Wenn der Vermieter die Kaution auf ein Treuhandkonto der Bank einzahlt, ist es doch rechtlich so, dass: 1. nur der Vermieter (als Treuhänder) Zugriff auf das Konto bzw. Kontoinformationen hat, - der Mieter gegenüber der Bank nicht einmal ein Auskunftsrecht hat, - die Bank (im Falle von Veruntreuung durch den Vermieter, o.ä.) aber nicht haftbar gemacht werden kann. Daher wäre eine der wichtigsten Fragen, die man als MIETER hat: Ist denn der Vermieter auf Nachfrage des Mieters (z.B. 1x pro Jahr) zur Auskunft verpflichtet?

Antworten

    Ivana Kappler sagt am 1. August 2017 um 12:44 Uhr

    Lieber Herr Mustermann, Zugriff auf ein Mietkautionskonto hat keiner der beiden Partein. Die Einsicht bzw. Updates über den Kontostand erhält der Kontoinhaber. Auf Anfrage kann selbstverständlich der Mieter auch diese Informationen erhalten. Beste Grüße, Ivana

    Antworten

Anni P sagt am 19. Oktober 2017 um 18:22 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, Wir möchten eine Wohnung anmieten, der Vermieter verlangt 5250€ Mietkaution. Nach schlechten Erfahrungen mit unseren früheren Vermietern was deren Rückzahlungsmoral der hinterlegten Barkaution angeht, möchten wir lieber auf eine Bankbürgschaft zurückgreifen. Ist es möglich bei der Sparkasse auch als Nichtkunde eine solche Bürgschaft abzuschließen? Mit freundlichen Grüßen!

Antworten

    Ivana Kappler sagt am 20. Oktober 2017 um 11:20 Uhr

    Liebe Frau Peters, wir freuen uns, dass Sie sich an die Stadtsparkasse München wenden. Gerne können Sie in unserem telefonischen KundenServiceCenter alle Fragen rund um die Bürgschaft stellen. Die Telefonnummer ist 089 2167-0, die Kolleginnen und Kollegen helfen Ihnen gerne weiter. Vielen Dank und ein schönes Wochenende Ivana Kappler

    Antworten


Diesen Artikel kommentieren

Sie können folgende HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>


Herzlich willkommen!

Herzlich willkommen im Weblog der Stadtsparkasse München. Hier erhalten Sie Einblicke in Ihre Sparkasse sowie Eindrücke der täglichen Arbeit. Wir freuen uns über Ihren Besuch und Ihre Kommentare.