Wichtige Änderungen für Verbraucher und Steuerzahler

von Christian Hanss am in Finanz-Tipps, Home. Kommentieren

Auch 2015 hat wieder viel Neues zu bieten. Zum Jahreswechsel gab es für Verbraucher und Steuerzahler einige Neuerungen. Eine Übersicht der wichtigsten Änderungen.

Kirchensteuer auf Kapitalerträge

Seit dem 1. Januar 2015 wird die Kirchensteuer auf abgeltend besteuerte Kapitalerträge automatisch einbehalten. Dafür fragen Kreditinstitute, Versicherungen, Kapitalgesellschaften und Genossenschaften einmal jährlich beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) die Religionszugehörigkeit aller Kunden, Versicherten oder Anteilseigner ab. Aufgrund der bereitgestellten Informationen des BZSt wird dann die auf die Abgeltungsteuer entfallende Kirchensteuer automatisch abgezogen und an das Finanzamt abgeführt.

 

Änderung der Lohnsteuerrichtlinien zum 1. Januar 2015 

Die Freigrenzen für Aufmerksamkeiten, Arbeitsessen und Zuwendungen bei Betriebsveranstaltungen wurden zum Jahreswechsel angehoben – von 40 auf 60 Euro je Arbeitnehmer. Hierunter fallen Sachgeschenke aus persönlichem Anlass (zum Beispiel Geburtstag, Hochzeit oder Geburt eines Kindes). Geldzuwendungen hingegen bleiben voll steuerpflichtig.

Der Garantiezins auf Lebensversicherungen sinkt

Bei Neuverträgen dürfen Lebensversicherer ab dem 1. Januar 2015 einen niedrigeren Garantiezins veranschlagen: 1,25 statt 1,75 Prozent.
Mit dem Gesetzentwurf werden die an Verbraucher zugesagten Garantieleistungen gesichert. Allerdings sollen die Versicherer bei der Ausschüttung sogenannter Bewertungsreserven entlastet werden. Das hat zur Folge, dass Kunden mit auslaufenden Verträgen mit gewissen Einbußen rechnen müssen.

Einführung des ElterngeldPlus ab dem 1. Juli 2015

Das ElterngeldPlus soll es Müttern und Vätern während der Elternzeit erleichtern, wieder in den Beruf einzusteigen. Mit dem ElterngeldPlus können sie während einer Teilzeittätigkeit doppelt so lange die Förderung durch das Elterngeld nutzen. Aus einem Elterngeldmonat werden zwei ElterngeldPlus-Monate.  Zwar können Eltern bereits heute Teilzeitarbeit und Elterngeld kombinieren. Bislang verlieren sie durch ihren Verdienst jedoch einen Teil ihres Elterngeldanspruchs. Ihr Lohn mindert die ausgezahlten Beträge, ohne dass es die Förderung zum Ausgleich länger gibt.
Darüber hinaus soll ein Partnerschaftsbonus eingeführt werden. Hier erhalten beide Elternteile, wenn sie pro Woche 25 bis 30 Stunden parallel arbeiten, das ElterngeldPlus für vier zusätzliche Monate.

Neue Krankenkassenbeiträge 

Zum 1. Januar 2015 wird der Beitragssatz für die gesetzlichen Krankenkassen gesenkt – von 15,5 auf 14,6 Prozent. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen davon jeweils die Hälfte. Pauschale Sonderbeiträge gibt es ab 2015 nicht mehr. Ob und in welcher Höhe ein Zusatzbeitrag anfällt, entscheidet jede Krankenkasse selbst.

Beitragssatz zur Rentenversicherung sinkt

Der Rentenbeitragssatz wird für das Jahr 2015 auf 18,7 Prozent festgesetzt – 0,2 Prozent weniger als 2014. Die Entlastung verteilt sich gleichermaßen auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Durchschnittsverdiener spart 35 Euro im Jahr ein.

Hartz-IV-Regelsätze steigen

Ab dem 1. Januar 2015 gelten höhere Hartz-IV-Sätze. Dies beinhaltet die Sozialhilfe sowie die Grundsicherung für Arbeitsuchende, im Alter und bei Erwerbsminderung.

So steigt zum Beispiel der Regelsatz für Alleinstehende von derzeit 391 Euro auf 399 Euro pro Monat an. Auch die Regelsätze für die im Haushalt lebenden Partner und Kinder (Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft) erhöhen sich anteilig.

Regierung will bezahlte Pflegezeit einführen

Alle, die ihre Angehörigen pflegen, sollen von Januar 2015 an eine bezahlte Auszeit von zehn Tagen nehmen können. In diesem Zeitraum erhalten sie ein Pflegeunterstützungsgeld von 67 Prozent des Einkommens. Zusätzlich können sich die Pflegenden für sechs Monate freistellen oder ihre Arbeitszeit für 24 Monate auf mindestens 15 Stunden reduzieren.

Schwarzfahren wird teurer

60 statt bisher 40 Euro Bußgeld sollen Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel ohne gültiges Ticket ab 2015 zahlen.

Deutsche Post passt einzelne Preise an

Die Deutsche Post hat zum 1. Januar 2015 den Preis für den nationalen Standardbrief bis 20 Gramm um 2 Cent auf 62 Cent angehoben. Gleichzeitig sinkt der Preis für den Kompaktbrief bis 50 Gramm um 5 Cent auf 85 Cent. Als Begründung für diese Maßnahme gibt das Unternehmen steigende Kosten und Marktanforderungen an.

Nummernschild-Mitnahme möglich

Ab Januar 2015 ist es möglich, sein Kennzeichen bei einem Umzug – auch über Bundesländergrenzen hinweg – zu behalten. In einigen Bundesländern wie Hessen und Schleswig-Holstein verfahren die Kfz-Zulassungsbehörden schon länger so.

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