Mein Reisetagebuch: Der Weg zu Machu Picchu

von Larissa Stahl am in Freizeit, Home. Kommentieren

Für wohl jeden Touristen ist das Hauptziel einer Peru-Reise die weltbekannte Inkastätte Machu Picchu. Man kann sich dort zwar auch direkt vor die Tore fahren lassen oder man macht es so wie ich.

Zusammen mit zwei anderen Touristinnen, die ich im Norden Perus kennengelernt hatte, startete ich in Lima. Unsere erste Station war die Halbinsel Paracas. Man nennt es auch Klein-Galapagos. Zwischen freilebenden Seelöwen, Pinguinen und Pelikanen kam ich mir vor, wie auf einer Südpol-Expedition. Was malerisch aussah, hat fürchterlich gerochen. Aber so ist es eben, Natur pur!

Nach einer Übernachtung verließen wir die peruanische Küste und fuhren mit dem Bus weiter gen Süden nach Ica. Als ich den Bus verließ, lief ich gegen eine heiße Wand aus Luft. Wir waren also angekommen in der Wüstenstadt. Bekannt ist Ica vor allem durch die Oase Huacachina. Ein Fleckchen Grün in mitten von riesigen Sanddünen.Oase Huacachina In unmittelbarer Nähe zum Wasser suchten wir uns ein Hostel. Am nächsten Morgen ganz früh, hatten wir unser Ziel klar vor Augen. Die Spitze des Dünenkamms. Durch den schweren Sand war der Aufstieg in dieser Hitze mühsam und gezeichnet von vielen Pausen. Oben angekommen wurden wir aber entschädigt von einem sensationellen Blick über die Wüstenlandschaft, die kein Ende nehmen mochte. Nach der verdienten Rast und vielen Fotos machten wir uns auf den Rückweg. Noch am selben Tag erwartete uns eine Buggy-Tour durch die Dünen. Nachdem wir mitten in der Wüste anhielten und unsere Guide Sand-Boards auspackten, überkam mich eine Vorahnung, was uns gleich blühte. Zwei Minuten später präparierte ich schon mein persönliches Sand-Board mit Wachs und stellte mich auf eine rasante Abfahrt ein. Als ich fertig mit Einwachsen war, sah ich unseren Fahrer schon als winzigen Punkt am Fuße der Düne auf uns warten. Das hieß: Mein Transportmittel nach unten war mein Board. Definitiv. Nach den ersten paar Metern Richtung Boden wich die anfängliche Skepsis meiner Begeisterung. Mit einer unglaublichen Geschwindigkeit raste ich die Düne hinab. Und damit war er vorbei, ein weiterer Tag voller Abenteuer. Mädchen mit traditioneller Kleidung

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter Richtung Süden nach Arequipa, in dessen Umgebung der bekannte Colca Canyon einen Besuch wert ist. Ungewohnt frisch war das Klima hier. Mit Softshell-Jacke und Mütze waren wir gut ausgerüstet. Nach einer Fahrt durch die Berge kamen wir an dem Aussichtspunkt an. Kondore zogen ihre Kreise über uns und konnten so von unserer Gruppe einwandfrei bestaunt werden. Sie wirken neben dem gigantischen Canyon wie das Relikt einer anderen und längst vergangenen Zeit.

Als nächste Station unserer Rundreise stand der Titicacasee ganz oben auf der Liste. Da wir möglichst viel Geld sparen wollten, entschieden wir uns für einen Bus ohne Heizung. Das war ein Fehler. Bereits nach 10 Minuten Fahrt packten alle um uns herum sitzenden Peruaner dicke Decken aus, in denen sie sich gekonnt einwickelten. Kurze Zeit später verstanden wir auch warum. Durch die Kälte in den Anden fingen die Busfenster schon an zu gefrieren. Nach vergeblichen Versuchen, uns warm zu halten, bot uns der ebenso dick eingepackte Busfahrer seine restlichen Wolldecken an. 8 Stunden später waren wir angekommen. In Puno am Titicacasee. Er befindet sich auf dem Altiplano, der Hochebene der Anden, und liegt auf stolzen 3810 Metern über dem Meeresspiegel. Und das merkt man auch. Nur eine Treppe von 30 Stufen trennte mich von meinem Hostelzimmer. Mit meinem prallgefüllten 65-Liter-Rucksack auf dem Rücken eineTiticaca-See wahre Herausforderung. Die Höhe machte uns allen im ersten Moment zu schaffen. Nach einer Ruhepause kümmerten wir uns um unseren nächsten Ausflug. Es ging zu den schwimmenden Inseln der Uros, die sich mitten auf dem See befinden. Sie werden bewohnt von einer indigenen Gruppe, die mit einer bestimmten Schilfart ihre Häuser, Boote und sogar die Inseln selbst bauen. Eine Welt für sich. Nach einem unglaublichen Sonnenuntergang steuerten wir das Festland zur Übernachtung an.

Nach der Besichtigung weiterer Inseln an den folgenden Tagen war es endlich soweit. Das nächste und damit letzte Ziel hieß Machu Picchu. Zunächst ging es von Puno nach Cusco. Wir waren uns einig, dass der teure Touristen-Zug ab Cusco wohl nicht das Richtige für uns war. Alternative war eine Fahrt mit Kleinbussen und Taxis durch die Berge. Wir passierten kleine, verlassene Bergdörfer, in denen die Menschen komplett abgeschnitten von der restlichen Welt lebten. Sie machten auf uns aber einen stets gut gelaunten und glücklichen Eindruck. Die ungesicherten Straßen in schwindelerregender Höhe machten uns mit jeder Kurve mehr Sorgen. Nur gut, dass das laute Radio uns ein wenig ablenkte. Endlich kam das Taxi zum Stehen. Der peruanische Taxifahrer erklärte uns, dass er ab hier nicht mehr weiterfahren konnte. Der Rest war Fußmarsch. Mit jeweils einem Rucksack und zwei Plastiktüten in der Hand schlichenWeg zu Machu Picchu wir drei uns durch den Dschungel. Wir stießen auf Bahngleise. Das musste die Zugstrecke nach Aguas Calientes sein, der Ort am Fuße des Berges Machu Picchu. Aufgrund des tropischen Klimas kamen wir um regelmäßige Pausen nicht herum. Langsam fing es auch an zu dämmern. Ohne Karte war nicht abzuschätzen, wie lange wir noch brauchten. Schwitzend aber erleichtert sind wir in der nächtlichen Dunkelheit um ca. 22.00 Uhr in Aguas Calientes angekommen. Länger hätte es nicht mehr dauern dürfen. Nach einer kurzen Nacht in einem Hostel, standen wir um 4:00 Uhr in der Früh auf. Kaputt vom Vortag begannen wir mit dem Aufstieg. Mit unseren aufgefüllten Wasserreserven und einer Taschenlampe fieberten wir unserem finalen Ziel entgegen. 5:30 Uhr. Ankunft Machu Picchu. Mit ein paar wenigen Touristen standen wir vor den Toren des UNESCO-Weltkulturerbes. Nach Einlass mussten wir nur noch ein paar weitere Höhenmeter hinter uns bringen. Und dann war es soweit: Vor und unter uns erstreckte sich die Inkastätte. Durch den morgendlichen Nebel bekam Machu Picchu eine mysteriöse, sogar magische Note. Es war still und einfach unfassbar. Die Mühe hatte sich gelohnt, das Frieren in den Anden, sowie das Schwitzen im peruanischen Dschungel. Noch nie habe ich so etwas Schönes gesehen. Etwas entfernt von meinen Reisebegleiterinnen setzte ich mich, während langsam die aufgehende Sonne über die Berggipfel stieg. Und ich dachte mir: Es ist ein Ort, für den man sich anstrengen sollte; ein Ort, den man sich verdienen muss.

 


 

 

 

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