„Die Grenzen Deiner Sprache bedeuten die Grenzen Deiner Welt“ – Warum sich ein guter Schreibstil lohnt

von Sonja Braun am in Freizeit, Home, Karriere. Kommentieren

Wer einen Text für die Schule oder die Uni abliefern soll, macht sich in erster Linie Gedanken über den Inhalt. Die Arbeit soll fachlich richtig sein und  überzeugen. Dabei spielt die sprachliche Gestaltung am Anfang nur eine kleine Rolle. Meist ist am Ende die Zeit aber so knapp, dass für die Sprache weder Zeit noch Nerven übrig sind.

Korrekte Rechtschreibung oder ein guter Sprachgebrauch sind ein absoluter Hygienefaktor. Deshalb lohnt es sich, extra Zeit für die sprachliche Überarbeitung einzuplanen. Mit einem klar und gut verständlich geschriebenen Text habt Ihr schon viel gewonnen! Mal ganz ehrlich: Quält Ihr Euch selber etwa gerne durch Textungetüme?

Hier ein paar Beispiele, was ein Leser über Euch denken könnte, wenn er einen sprachlich vernachlässigten Text zu lesen bekommt:

  • Die Arbeit wurde auf dem letzten Drücker fertiggestellt. Für einen sprachlichen Feinschliff hat der Autor keine Zeit eingeplant.
  • Der Autor hat keine klare These. Er weiß selbst nicht so recht, was er sagen will. Entsprechend formuliert er bewusst oder unbewusst schwammig.
  • Bei der Recherche zum Thema muss sich der Autor durch wissenschaftliche und unverständliche Literatur quälen. Diese zu verstehen ist schon nicht einfach; sie in eine „Normalsprache“ zu übersetzen bedeutet zusätzlichen Aufwand. Zu diesem Aufwand war der Autor anscheinend nicht bereit.
  • Der Autor selbst will „wissenschaftlich“ wirken und formuliert deshalb unnötig kompliziert.

Denkt immer daran: Der Leser kennt Euch (meist) nicht. Mehr oder weniger bewusst wird er sich deshalb anhand Eurer Ausdrucksfähigkeit und dem Inhalt des Textes ein Bild von Euch machen, das natürlich möglichst positiv ausfallen soll.

Der Korrektor, der die Arbeit liest, freut sich, wenn er Euren Gedanken leicht folgen kann. Leistet er stattdessen Schwerstarbeit, um den Text zu verstehen, verschlechtert das nicht nur seine Laune, sondern kostet Euch unter Umständen wertvolle Punkte.

Gute Texte fallen nicht vom Himmel – sie sind aber auch kein Hexenwerk! Es geht nicht um gefallen oder nicht gefallen, sondern um konkrete Punkte, die jeder beachten und umsetzen kann. Hier findet Ihr ein paar Tipps für verständliches Schreiben:

  • Formuliert im Aktiv statt im Passiv. Also statt: „Bei der Untersuchung wurde ermittelt, dass …“ besser: „Die Untersuchung ergab, dass …“
  • Vermeidet verschachtelte Nebensätze. Also statt: Das Auto – gestern waren die Unfallspuren noch sichtbar – wurde inzwischen instandgesetzt.“ besser: „Das Auto, bei dem die Unfallspuren gestern noch sichtbar waren, wurde inzwischen instandgesetzt.“ Noch leichter lesbar wäre die Auflösung in zwei Sätze: „Gestern waren die Unfallspuren am Auto noch sichtbar. Inzwischen wurde es instand gesetzt.“
  • Arbeitet mit anregenden Zusätzen wie z. B. Zitaten und Beispielen.
  • Vermeidet unnötige Füllwörter. Sie unterbrechen den Lesefluss und strengen den Leser unnötig an. Je prägnanter der Text, desto deutlicher erscheint der Gedanke dahinter und der Leser lässt sich leichter überzeugen. Häufig liegt der Grund für Weitschweifigkeit in dem vorgegebenen Mindestumfang der Arbeit und das merkt man schnell.

 

Ihr könnt den Text erst komplett schreiben und ihn dann „in einem Rutsch“ sprachlich überarbeiten. Kapitelweise durcharbeiten geht natürlich auch. Das hängt nicht zuletzt davon ab, wie Ihr insgesamt bei der Arbeit vorgeht. Ein bewährtes zusätzliches Hilfsmittel: Plant die Zeit für eine letzte Korrektur durch eine weitere Person ein. Fragt rechtzeitig nach, ob sich diese Person die Zeit für Euch nimmt. Denn auch diese Arbeit braucht Zeit, die nicht zu unterschätzen ist. Außerdem benötigt Ihr danach noch einen ausreichenden Puffer, um Euch mit kritischem Feedback auseinander zu setzen und den Text zu korrigieren.

Wir wünschen Euch viel Erfolg bei Eurer Arbeit!

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