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Georg Elser in der Bayerstraße

Ein haushohes Graffito-Denkmal für den Hitler-Attentäter Georg Elser ist fertigstellt: Die Münchner Street-Art-Künstler WonABC und Loomit haben in dreizehntägiger Arbeit eine 23 Meter hohe Hauswand an der Bayerstraße 69 gestaltet – das Haus gehört der Stadtsparkasse, die die Wand für das Projekt zur Verfügung gestellt hat. Das monumentale Wandbild soll auf unbestimmte Zeit, mindestens aber für einige Jahre, an den Attentäter erinnern, der am 8. November 1939 ein Sprengstoffattentat auf Hitler und die Spitze der NSDAP im Münchner Bürgerbräukeller verübte – die Bombe explodierte 13 Minuten, nachdem Hitler den Raum verlassen hatte. Die Arbeit an der Wand hat die Künstler rund 300 Arbeitsstunden gekostet, in denen sie etwa 60 Liter Wandfarbe und 150 Spraydosen verbraucht haben. Die größte Herausforderung bei dem Werk? „Ich dachte manchmal, das Wetter hätte Hitler persönlich gemacht, um die Wand zu verhindern – es hat entweder in Strömen geregnet oder es war glutheiß. Außerdem galt es, die Höhenangst zu überwinden und gegen taube Daumen anzukämpfen. Wir sind glücklich, dass wir dennoch pünktlich im Zeitplan fertig geworden sind“, resümiert WonABC zum Abschluss der Arbeit.   

Das Motiv ist eine Wahl der Künstler: „Ich bewundere Georg Elser nicht nur für seine Tat, sondern auch für den frühen Zeitpunkt des Anschlags. Er wollte schnell den Krieg beenden, den die Nazis entfesselt hatten, wissend, dass sie Europa in Schutt und Asche legen würden. Ich finde, dass Johann Georg Elser als einer der wichtigsten und frühesten Figuren des Widerstandes zu wenig in der deutschen Erinnerungskultur präsent ist. Außerdem interessiert mich die philosophische Frage, ob ein Tyrannenmord moralisch erlaubt ist – auch diese Frage werden wir in dem Werk stellen“, erklärt WonABC. Auch Loomit bekräftigt die Relevanz des Themas: „Bombenterror einer

seits und moralisch legitimierter Wiederstand sind hochaktuelle Themen, für die Georg Elser mit seiner Geschichte steht.“

Das Werk entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen der Münchner Tageszeitung TZ, der Ausstellung MAGIC CITY – DIE KUNST DER STRASSE (bis 3. September 2017 in der kleinen Olympiahalle), der Stadtsparkasse München und DIE FÄRBEREI, einer Einrichtung des Kreisjugendrings München-Stadt. Die Idee, die monumentale Wand mit einem Street-Art-Werk zu gestalten, stammt von TZ-Chefredakteur Rudolf Bögel. Die Produzenten von MAGIC CITY – DIE KUNST DER STRASSE übern

ahmen zusammen mit DIE FÄRBEREI die Koordination mit Künstlern und betroffenen Gewerken. Die Stadtsparkasse München, die in dem Gebäude eine Filiale unterhält, freut sich über die neue Wandgestaltung. „Wir freuen uns sehr, dass wir den Künstlern die Möglichkeit geben können, an einer unserer prominenten Hausfassaden künstlerisch aktiv zu sein, noch dazu mit einem historisch so wichtigen Thema für unsere Gesellschaft. Daher haben wir sofort zugesagt, als wir gefragt wurden, uns zu beteiligen,“ so Dr. Joachim Fröhler, Pressesprecher der Stadtsparkasse München.

Finanziert wurde das Kunstwerk gemeinsam von allen beteiligten Partnern. Die Arbeitsbühne stellte die Firma Roggermaier günstig zur Verfügung.

Foto: Michael Westermann

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